The Beauty and the Beast

Tsunamis, Erdbeben, Vulkanausbrüche : Kaum ein Land ist so gefährdet von Naturkatastrophen wie der Inselstaat Indonesien. Einige der Inseln sind dicht besiedelt. Die Böden, insbesondere in der Nähe von Vulkanen, sind sehr fruchtbar und ermöglichen in Zusammenhang mit dem tropischen Klima eine intensive landwirtschaftliche Nutzung. Außerdem lässt sich in Vulkanen Schwefel gewinnen und wertvolles Baumaterial abtragen. Viele Menschen leben in Gebieten, die von der Regierung als höchste Gefahrenzone deklariert sind. Wie gehen die Menschen mit dieser Bedrohung um ?

Einige fühlen sich von den spektakulären Naturgewalten angezogen. So gibt es massenhaft Touristen, die mit Jeeps auf die Vulkane gekarrt werden oder an tsunamigefährdeten Stränden mit All-​inclusive-​Cocktails in der Sonne liegen. Viele von ihnen kommen auch, um sich ein bisschen zu gruseln angesichts der latenten Gefahr, sie machen Selfies vor Warnschildern und wollen das traditionelle Wird-​schon-​werden-​Gefühl der Indonesier spüren, zumindest für die Dauer der Ferien. Andererseits legen Besucher Wert auf das Gefühl, dass im Notfall alles gut vorbereitet ist. Mancherorts gibt es alle paar Meter sogenannte Tsunami-​Warnknöpfe, mit denen das Hotelpersonal Alarm auslösen kann. Dafür gibt es ein Zertifikat : “Tsunami-​Ready”

Schamanen gibt es auch, ihr Wort wiegt in manchen Orten mehr als die Daten der Wissenschaftler. Deren Versuch, mit Sensoren, Seismografen und internationalen Forscherteams den Naturgewalten empirisch auf die Spur zu kommen, ist das Gegenteil der traditionellen Sichtweise, menschliche Sünden und nicht die ungünstige geografische Lage am Rand tektonischer Platten für die Naturgewalten verantwortlich zu machen.

Textvorlage : Till Krause. Abgeändert von Hahn+Hartung


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